Atotonilco

Atotonilco liegt 85 km nördlich von Mexiko City entfernt und ist offiziell eine Stadt mit ca. 8000 Einwohnern. Mit den umliegenden Vororten sind es rund 30.000, aber das Leben hier ist eher wie in einem Dorf – relativ ruhig und fast alle Menschen kennen sich untereinander, sodass man eigentlich immer von jemandem gegrüßt wird, wenn man auf die Straße geht.

Das Projekt ist sehr vielfältig und man kann fast jeden Tag etwas anderes machen. Aktuelle Aufgabenbereiche sind:

Messdiener:

Es gibt ungefähr 20 Messdiener, wovon ca. 15 Jugendliche sind. Man selbst dient also Messe und begleitet den Pfarrer in die Vororte. Außerdem soll man die Messdienergemeinschaft stärken, indem man einige Aktionstage organisiert oder Aktionen zum Geldverdienen plant. Dabei wird man aber von dem anderen Messdienerleiter oder älteren Jugendlichen unterstützt. KrankenbesucheNach der 8 Uhr Messe donnerstags bringen die Ministras die Kommunion an einige Menschen, die nicht mehr zur Kirche gehen können. Hier gibt es auch die Möglichkeit, sie zu begleiten und sich mit den Kranken zu unterhalten.  

Deutschkurse:

Eine Schule in der Nähe vom Zentrum bietet an, dass man dort am Nachmittag unterrichten darf. Nach Zeit und Lust kann man also so viele Deutsch- oder auch Englischkurse gründen oder weiterführen wie man möchte. 

Peque Jesus:

Peque Jesus ist eine Schule für geistig oder körperlich behinderte Kinder und Erwachsene. Es gibt verschiedene Gruppen mit unterschiedlichen Altersstufen und unterschiedlichen Behinderungen. Die jüngsten Kinder dort sind einige Monate alt. Die Schule ist von donnerstags bis samstags geöffnet und man kann dort in einer Gruppe nach Wahl den Lehrer unterstützen und mit den Kindern arbeiten und spielen. 

Arbeit mit Migranten und Flüchtlingen:

Es gibt in Mexiko eine Bahnstrecke, auf der Güterzüge, genannt “Die Bestie” fahren. Zahlreiche Menschen, Frauen, Männer und Kinder migrieren aus Ländern wie Honduras und Guatemala in die USA, weil sie sich dort bessere Arbeitsmöglichkeiten erhoffen oder weil sie auf der Suche nach ihrer Familie sind, die bereits in den USA arbeitet. Um durch Mexiko an die Grenze zur USA zu gelangen, nutzen die Migranten Güterzüge, da Busse zu teuer sind und sie nicht als illegale Migranten erwischt werden möchten. Sie springen auf die Dächer der Güterzüge auf und durchleben meist eine Höllenfahrt. Sie sitzen tagelang in großer Hitze auf dem Zug, viele schlafen ein und fallen herunter, viele verlieren Körperteile beim Aufspringen auf den Zug, verletzen sich oder sterben. In Mexiko gibt es zahlreiche Migrantenhäuser, in denen häufig Schwestern arbeiten, die den Migranten die Möglichkeit bieten, sich auszuruhen, sich zu waschen, zu essen und neue Kleidung zu bekommen. Eins von den Häusern ist in dem kleinen Dorf Boojay, ca. 20 Minuten von Atotonilco entfernt. Jeder Tag in dem Haus ist anders, weil man vorher nie weiß, wie viele Migranten da sein werden. Arbeit gibt es immer viel: Frühstück und Mittagessen kochen und servieren, Betten machen, gespendete Kleidung und Medikamente einsortieren, Kleidung für die Migranten heraussuchen, sauber machen oder sich einfach mit ihnen hinzusetzen, was zu spielen und sich mit ihnen zu unterhalten. 

Freundschaftsgruppe:

Die Gemeinde in Atotonilco hat keine Partnergemeinde im Bistum Münster. Trotzdem gibt es bereits eine Freundschaftsgruppe, mit Personen, die sich sehr für die Partnerschaft, für die Freiwilligen und für die deutsche Kultur interessieren. Die Freundschaftsgruppe trifft sich hin und wieder, um über verschiedene kulturelle Themen zu sprechen und den Kontakt nach Deutschland aufrecht zu halten. Außerdem nimmt sie an den Partnerschaftstreffen des Bistums alle 2 Monate teil und bereitet selbst das Treffen vor, das ca. alle 6 Monate in Atotonilco stattfindet. Hier solltest du als Freiwillige/r auf jeden Fall mitarbeiten, damit diese Gruppe weiterläuft.