Einige signifikante Ereignisse Teil 1

Ich bin seit fast 4 Monaten hier und es ist einiges passiert. In diesem Blog werde ich alle wichtigen Ereignisse zusammenfassen, die passiert sind.

Abschluss der Sprachschule
Wir haben nach einem Monat alle erfolgreich die Sprachschule abgeschlossen. Am Anfang in der ersten Woche als ich noch nicht so viel Spanisch geredet habe, weil ich zu schüchtern war, haben alle Mexikaner gesagt „Kein Problem, sie kommt nach Oaxaca. Das ist wie Magie, wenn die Freiwilligen wiederkommen, können sie Spanisch.“ Ich habe nicht verstanden wie das funktionieren soll, aber jetzt nach dem Abschluss, verstehe ich was sie meinen. Tatsächlich mussten wir aber viel lernen, um jetzt so zu sprechen. Und die Schule hat auch nicht immer Spaß gemacht, aber das Ergebnis lohnt sich. Selbst die, die am Anfang kein Wort gesprochen haben, können jetzt super kommunizieren. Also es war auf jeden Fall eine Zeit, die sich gelohnt hat.

Día de la independencia
Am Tag der Unabhängigkeit hatte ich das Angebot bekommen nach Mexiko-Stadt zu fahren und da den grito (Schrei der Unabhängigkeit) mitzubekommen. Also bin ich am Sonntagabend mit Jonas nach CDMX (Ciudad de México) gefahren.

Wir waren erst in einer Messe, wo ein Freund (angehender Priester) von einem Freund mitgewirkt hat. Danach sind wir im Pfarrhaus zum Essen eingeladen worden. Und interessanterweise sind Priester hier total locker, machen viele Witze und sind total sympathisch. Nicht dass deutsche Priester nicht so sind, allerdings habe ich deutsche Priester so noch nicht kennengelernt. Eher ein bisschen reservierter. Wir sind dann zu viert zum Rathausplatz gefahren, was gefühlt auf der anderen Seite der Stadt war (wir brauchten ca. 2 Stunden). Zehn Minuten vorher waren wir dann auch da. Tatsächlich waren wir nicht auf dem Platz selber, weil der einfach zu voll war, sondern in einer Straße, die zu dem Platz hinführt. Allerdings war ich auch froh darüber nicht in der Menschenmasse zu stehen, da ich vor so vielen Menschen schon Respekt hatte. Der Präsident ist dann auf den Balkon getreten und hat angefangen zu reden. Am Ende kam dann auch der grito. Der Präsident hat Sätze gesagt wie „Viva …“ (Es lebe…) und die Leute haben „Viva!“ geantwortet. Und ganz am Ende kam das ersehnte „Viva la independencia!“ – „VIVA!“ Und die Stimmung war so unfassbar. Man hat die Emotionen der Mexikaner gespürt, wie sie für ihr Land brennen. Alle waren ausgelassen, haben gefeiert. Der grito wurde dann beendet mit einem großen Feuerwerk und ungelogen, das war das schönste Feuerwerk, dass Jonas und ich je gesehen haben. Kann man nicht vergleichen mit Silvester. Am nächsten Morgen gab es dann eine Militärparade, die wir zwar nicht miterlebten, aber im Fernsehen angeschaut haben. Dazu gehörten auch Militärflugzeuge, die über die Stadt geflogen sind. Das war für mich vor allem interessant, weil sowas in Deutschland mit unserer Vergangenheit einfach unvorstellbar ist. Allein deswegen hat es sich gelohnt nach Mexiko-Stadt zu fahren, einfach um zu sehen wie Nationalismus aussieht.

Patronatsfest
Das Fest war zu Ehren vom Heiligen Franziskus und da meine Kirche San Francisco geweiht ist, wird der 3. Oktober entsprechend gefeiert. Das Fest fing aber schon am 25. September mit verschiedenen Pilgerungen aus den einzelnen Comunidades ins Zentrum an. An einer Pilgerung habe ich auch selber teilgenommen. Wir sind in einem Dorf losgelaufen, haben uns auf dem Weg mit zwei anderen Dörfern zusammengefunden und in der Kirche in Tepeji dann zusammen eine Messe gehabt. Jeden Tag gab es eine Pilgerung, immer von einem anderen Ort, quasi als Auftakt zum eigentlichen Fest. Am 4. Oktober gab es dann am Morgen um 5 Uhr eine Mariachiband, die die Mananita gespielt haben. (Wer sich das Lied anhören möchte, welches auch immer bei Geburtstagen gesungen wird, kann auf folgenden Link gehen: https://m.youtube.com/watch?v=cDT12zAWDuM ) Um 6 Uhr war dann die Messe und anschließend gab es etwas zu essen. An dem Tag und am Tag davor habe ich außerdem zwei Umzüge als Messdiener unternommen. Am Abend kam dann das Highlight es Patronatsfestes, das Abbrennen des Castillos. Ich konnte mir das von oben dem Kirchdach mit meiner Gastfamilie ansehen. In dieser Woche gab es auf dem Kirchplatz eine Art Kirmes, also Stände mit Spielen für Kinder und ganz viele Stände mit Essen. Es war außerdem eine Bühne aufgebaut, wo verschiedene Gruppen gespielt und gesungen haben. Das ganze Fest, war in etwa so vergleichbar wie ein Stadtfest, nur halt von der Kirche.

„Pilgerfahrt“
Ich bin an einem Wochenende im Oktober mit meinem Padre, der Köchin des Pfarrhauses und ihrem Mann „pilgern“ gefahren. Ich habe das bewusst das Pilgern in Anführungszeichen gesetzt, weil ich mir unter pilgern etwas anderes vorgestellt habe, aber dazu später. Wir sind am Freitag Abend mit dem Auto in eine andere Stadt gefahren, wo wir dann mit einem Reisebus nach Zacatecas gefahren sind. Ich in meiner Naivität dachte, dass Zacatecas ein kleines Dörfchen in Hidalgo ist. Ich dachte das deswegen, weil Jan in einem Dorf namens Zacamulpa wohnt, klang ähnlich dachte ich. Ich habe erst auf dem Weg erfahren, dass Zacatecas ein anderes Bundesland ist, ca. 530 km von Tepeji entfernt. Wir sind über Nacht gefahren und sind morgens an einem Pilgerort angekommen, an dem wir erst einmal eine Messe abgehalten haben. Danach sind wir weiter in die gleichnamige Hauptstadt Zacatecas gefahren. Zacatecas ist die reichste und berühmteste der mexikanischen Silberstädte. Wir haben die Kathedrale besichtigt, sind auf den Hügel „El Cerro de la Bufa“ gefahren und von da mit der Seilbahn wieder runter. Außerdem haben wir die restliche Zeit zum Einkaufen genutzt, da es wirklich schöne Sachen in Zacatecas gibt. Am nächsten Tag sind wir weitergefahren nach San Juan de los Lagos, einer Stadt in Guadalajara, einem Bundesland südlich von Zacatecas. Da haben wir uns auch einen Tag aufgehalten und sind am nächsten Tag nach León, der Hauptstadt von Guanajuato gefahren. León ist bekannt für seine Lederware und exportiert sowohl nach ganz Mexiko als auch in die ganze Welt. Also wurden hier natürlich auch Einkäufe getätigt, bevor es auf den Nachhauseweg ging. Für mich war das Wochenende eine tolle Erfahrung, einmal weil ich gleich drei Bundesländer von Mexiko kennenlernen durfte und Zeit außerhalb der Arbeit mit meinem Padre verbringen durfte, um sich besser kennenzulernen.
Trotzdem habe ich es nicht als Pilgerfahrt wahrgenommen, wir waren zwar jeden Tag mindestens einmal in der Messe, haben diverse „heilige Kinder“ (Jesusstatuen) gesehen, trotzdem hatte die Fahrt mehr was von einem Urlaub, was ich natürlich sehr genossen habe. Mein Lieblingsmoment war, als am Ende einer Messe ein iPhone verlost wurde, ich habe die Umstände die dazu führten nicht ganz verstanden, trotzdem hat mich das amüsiert.

Das war der erste Teil der Sachen, die passiert sind. Da der blog sonst zu lang sein würde, habe ich ihn geteilt. Teil 2 kommt in einer Woche.

Bis dann!

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