Und was machst du jetzt in deinem Projekt?

Diese Frage haben sich bestimmt schon einige von euch gestellt. Ich bin nun seit mehr als einem Monat in Tepeji und habe schon einiges erlebt von dem ich euch gerne berichten möchte.

In meinen ersten Tagen habe ich mich in den umliegenden Dörfern, die ebenfalls zu meiner Kirchengemeinde gehören vorgestellt. Dadurch konnte ich die Dörfer und die Menschen, die dort leben etwas kennenlernen. Auch die Padres (Priester) und Nonnen, die in meiner Kirchengemeinde arbeiten lernte ich dadurch besser kennen. Ich fühle mich in der Gruppe der Nonnen und Padres sehr wohl. Alle sind sehr hilfsbereit und interessiert an meiner Kultur. Dadurch kam es dazu, dass wir eines Abends etwas gequetscht mit sechs Leuten in dem Auto von Padre Miguel saßen und zusammen das Lied „Guten Morgen Sonnenschein“ sangen. 

Am Abend des 15. Oktobers hieß es im ganzen Land „Viva México!“. Den Nationalfeiertag feierte ich zusammen mit meiner Gastfamilie und Alena einer anderen deutschen Freiwilligen aus Tepeji auf einer privaten Fiesta. Es war sehr interessant mitzuerleben, wie die Mexikaner mit diesem Feiertag umgehen.

An dem nächsten Wochenende begann dann auch schon das Patronatsfest in Tepeji. Daher hieß es vom 23. September bis zum 07.Oktober:  Fiesta, Prozessionen, Messen und Kirmes. Das Fest begann mit der Eröffnung einer Kunstgallerie, sowie mit einem Konzert eines Orchesters. Neben dem Programm der Kirche gab es ebenfalls eine Kirmes, sowie Gesang und Tanz am Abend. In diesen Tagen war ich auf einigen Prozessionen unterwegs und besuchte Messen, in der auch mal aus ein paar Reihen hinter mir während der Predigt das Lied „Shake it off“ von Taylor Swift in Dauerschleife lief. 

Während den Prozessionen konnte ich interessante Gespräche mit verschiedenen Mexikanern führen. Meistens handelten diese Gespräche von meiner Kultur oder der mexikanischen. Ein besonders beliebtes Thema dabei ist das Essen in Deutschland, sowie auch in Mexiko, denn für viele Mexikaner ist es unvorstellbar, dass wir nun mal fast keine Tortillas essen. 

Manchmal gingen die Gespräche auch in eine andere Richtung. In der Woche davor hatte mich zum Beispiel eine Frau gefragt, ob ich denn wirklich aus Deutschland kommen würde, da ich ja so klein sei. Daraufhin erklärte ich ihr mit einem Lächeln auf den Lippen, dass es auch kleinere Menschen gibt, die in Deutschland leben. Dazu muss man sagen, dass auch einige Mexikaner sagen, dass ich groß sei, die Ansichten sind halt sehr verschieden. Dieses Gespräch fand  auf der  sogenannten Asamblea, ein Treffen von allen Padres, Nonnen und Mitgliedern der Pfarreiräte der Gemeinden des Bistums. Und wir fünf Freiwilligen waren mittendrin. 

Neben den Gesprächen habe ich bereits einige Mexikaner mit Deutschland oder FC Bayern München Trikots in Tepeji gesehen, was mich jedes Mal wieder zum Grinsen bringt. Insgesamt sind die Menschen, die ich hier kennengelernt habe sehr freundlich und hilfsbereit und auch in meiner Gastfamilie und im Pfarrhaus fühle ich mich sehr wohl.

Vor ein paar Tagen wurde ich etwas spontan von meinem Chef eingeladen ihn bei einer Pilgerfahrt zu begleiten. Auch wenn ich nicht wirklich wusste, was auf mich zukommen wird habe ich erstmal zugesagt. Zuerst besuchten wir die Stadt Zacatecas, Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates. Danach fuhren wir weiter nach San Juan de los Lagos (Bundesstaat Jalisco), wo wir ein wunderschönes Feuerwerk bewundern konnten. Am letzten Tag ging es dann noch nach León (Bundesstaat Guanajuato). Diese Stadt ist für die Produktion von Leder bekannt, weshalb wir unzählige Schuh-, sowie Handtaschengeschäfte aufsuchten. Besonders die Kolonialstadt Zacatecas hat mir sehr gut gefallen, von dem Aussichtspunkt „Cerro de la Bufa“ hat man wirklich einen wunderschönen Ausblick auf die Stadt. Zudem führt eine Seilbahn von diesem Punkt aus zurück in die Stadt, was wir uns natürlich nicht entgehen lassen haben. Auch wenn die Orte, die wir besucht haben sehr schön waren, war ich auch wieder froh in Tepeji anzukommen.

Da mein Chef und ich uns einig waren, dass es keinen Sinn machen würde vor dem Patronatsfest mit meinen Projekten zu beginnen, beginne ich nun langsam damit ein paar meiner Projekte umzusetzen.

Deshalb ging es für mich am Tag nach der Reise auch schon das erste Mal in die Behindertenschule in Tepeji, in der ich nun zweimal in der Woche mitarbeiten werde. Meine Arbeit dort kann man mit der Arbeit eines Bufdis in einer Behindertenschule in Deutschland vergleichen. Ich unterstütze die Lehrer also wo ich kann. Die Arbeit macht mir wirklich sehr viel Spaß und es ist interessant etwas hinter die Kulissen der Schule zu schauen. In den nächsten Wochen werde ich anfangen Deutschkursen zu geben und beginnen weitere Projekte zu organisieren.

Bis dahin

Eure Elisa

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